ARBEIT ist in der newtonschen Mechanik der Prozess, bei dem durch das Einwirken einer Kraft durch Drücken oder Ziehen entlang eines Weges Energie von einem Körper auf einen anderen Körper übertragen wird.
ENERGIE in ihren unterschiedlichen Formen (z. B. kinetische, thermische, chemische, elektrische Energie oder Strahlung) ist die Ursache dafür, dass ARBEIT verrichtet, Wärme abgegeben oder Licht ausgestrahlt wird. Sie kann weder erzeugt noch vernichtet werden, sondern wandelt sich nach dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik lediglich von einer Energieform in eine andere um.
Nach heutigem Stand der Forschung entstanden im Zeitpunkt des Urknalls bei der Ausdehnung des Raumes aus Vakuumenergie Materie und Antimaterie zu gleichen Teilen, die sich nach Kollision wieder in Strahlung als reine Energie auflöste.
Lediglich ein Milliardstel dieser Materie (0,0000001 %) blieb aus bislang unbekannter Ursache übrig und bildete das uns bekannte materielle Universum.
Um sich das besser vorstellen zu können, von wieviel dieser „wenigen“ übriggebliebenen materiellen ENERGIE wir immer noch umgeben sind, ein kleines Beispiel: Um eine 100-g-Tafel Schokolade 1 Meter hoch zu heben, benötigt man 1 Joule Energie. Die 100-g-Tafel Schokolade selbst enthält 2.300.000 Joule an chemischer Energie (Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate). Ein Kilo Körperfett enthält ca. 40 Millionen Joule, also rund 17 Tafeln Schokolade.
Nach Albert Einsteins Masseäquivalenz e= mc² enthält EIN Gramm Materie eine absolute Ruheenergie von 90 Billionen Kilojoule, was der Energie von 2,5 Millionen Litern Heizöl entspricht! Das ist jene Energie, die ursprünglich notwendig war, um dieses EINE GRAMM Materie durch die Fusionen von Quarks unter extremer Hitze dauerhaft zu Protonen und Neutronen zu verschmelzen, welche sich dann zu den Atomkernen aller bekannten Elemente verbinden konnten.
MINIMALPRINZIP
Das MINIMALPRINZIP in der Biologie beschreibt das grundlegende Bestreben von Organismen, ein bestimmtes biologisches Ziel – z. B. Überleben, Wachstum oder Fortpflanzung – mit dem geringstmöglichen Energie- und damit Ressourceneinsatz zu erreichen. MAXIMALE EFFIZIENZ ist also ein zentrales Prinzip der Evolution, das durch natürliche Selektion optimiert wird.
Die menschliche Spezies ist der einzige Organismus auf diesem Planeten, der bewusst gegen dieses Naturgesetz handelt! Er bewegt sich beispielsweise in Automobilen voran, die das 30-fache seines Körpers wiegen, oder schmeißt in Österreich 1,2 Millionen Tonnen überproduzierte Lebensmittel jährlich in den Müll.
Seit er die biologischen und kognitiven Voraussetzungen für Abstraktion, logisches Denken und Voraussicht besitzt, kann der Mensch prinzipiell rational handeln. Diese evolutionäre Entwicklung des Großhirns fand schrittweise mit der Entstehung des Homo sapiens ca. 300.000 bis 20.000 Jahre v. Chr. statt und befähigte ihn, zukünftige Handlungsoptionen abzuwägen.
MÄNGELWESEN
Damit wurde er jedoch zu einem „Mängelwesen“ (Arnold Gehlen), das von Natur aus unfertig und schutzlos ist, da ihm nun vormals angeborene Sozialorgane und feste Instinkte fehlen, die in der freien Natur das Überleben sichern würden. In der Genesis wurde diese Transformation als Vertreibung aus dem Paradies theologisch verarbeitet (Sündenfall).
Um die dabei entstandenen Nachteile auszugleichen, muss der Mensch nun selbst aktiv werden und sich „die Erde untertan“ machen, indem er sich eine kulturelle und institutionelle „zweite Natur“ erschafft: Kleidung, Werkzeuge, Häuser, Gesellschaftsstrukturen.
Im Rahmen dieser Erschaffung folgt der moderne, postindustrialisierte Mensch entgegen jeder rationalen Notwendigkeit einem Verlangen nach immer MEHR. Er steht damit in dem von Immanuel Kant formulierten, starken Spannungsverhältnis der TRIEB-VERNUNFT-KAUSALITÄT. Während der Trieb eine unwillkürliche Ursache für eine Reaktion darstellt, basiert die Vernunftkausalität auf der Abwägung von guten GRÜNDEN.
Das natürliche Minimalprinzip durch Effizienz wird permanent durch sein triebhaftes Verlangen nach immer MEHR an materiellen Ressourcen anstatt einem MEHR an kognitiver Vernunft konterkariert. Dieses triebhafte Verlangen ist einzigartig in der Natur und soll ihm – als Mängelwesen – prinzipiell das Überleben sichern, was aber langfristig nur gelingen kann, wenn er diesen Trieb mit Vernunft unter Kontrolle bekommt.
FAULHEIT
Will der Mensch als Spezies nach humanistischen Gesichtspunkten von Würde, Vernunft und Glück im Rahmen physischer und psychischer Gesundheit langfristig überleben, ist es unabdingbar, VERNUNFTKAUSALE langfristige Ziele zu formulieren, um diese nach dem Vorbild der Effizienz in der Natur zu erreichen.
Es sind heute die „FAULEN“, die die Menschheit retten.
FAULHEIT: Todsünde oder Tugend; André Rauch im Gespräch mit Michael Magercord; deutschlandfunk.de 2015
Dies ist aber nur die langweilige, physikalische Seite in der Welt des Alltags im Umgang mit Energie – und nicht einmal DIE beherrscht der Mensch nachhaltig.
Die wirklich spannende und der WESENHEIT des Menschen erheblich besser entsprechende Seite ist die philosophische Sicht auf ENERGIE, wo sie wesentlich mehr ist als nur eine physikalische Größe.
Schließlich wirft der erste Hauptsatz der Thermodynamik, der Energieerhaltungssatz, die grundlegende Frage nach der Beständigkeit und Unendlichkeit des SEINS in seiner uns erfahrbaren Form als ENERGIE auf. Wie kann aus Energie überhaupt Materie entstehen und wie und warum kann eigentlich aus toter Materie Bewusstsein entstehen? Und außerdem: Warum ist überhaupt etwas und warum ist nicht nichts …?
Entspricht die ARBEIT des NACH- und VORDENKENS oder des NICHTDENKENS in der Meditation nicht erheblich mehr dem menschlichen Wesen als stupide ARBEIT in Form sinnloser Energieverschwendung durch physikalische Prozesse, die über die sparsame, ausgewogene Lebenserhaltung von 75 Kilo Körpermasse über einen Zeitraum von vielleicht 80 Jahren hinausgeht?
