„Die Welt wird von einer Handvoll Tyrannen verwüstet“, sagte Papst Leo XIV. im Rahmen eines Besuches in Kamerun.

Echt jetzt? So einfach ist das?
Kleines Gegenargument:
Anfang Juli 1985 informierte der österreichische Botschafter in Athen, Herbert Amry, die österreichische Bundesregierung von illegalen Waffengeschäften der Noricum, einem Tochterunternehmen der staatlichen VÖEST. Kurz danach starb Amry (mit 46 Jahren), ehe er sich nochmals mit seinem Informanten treffen konnte. Ende August 1985 gelang es dem Magazin Basta, in einem jugoslawischen Hafen Fotos zu machen, die den Export von Noricum-Kanonen – es handelte sich um die Gun Horwitzer Noricum (GHN-45) – an den kriegsführenden Iran dokumentierten. Bereits zwischen 1981 und 1983 waren solche über Jordanien an den Irak geliefert worden. Insgesamt sollen 200 GHN-45 an den Irak und 140 an den Iran verkauft worden sein. Als das Magazin diese Fotos und weiterführende Recherchen Ende 1985 publizierte, wurde der Skandal öffentlich. Die Ausfuhr an kriegführende Staaten war und ist für den neutralen Staat Österreich strikt verboten. Erst am 27. September 1989 wurde ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss gegen die Stimmen der SPÖ eingesetzt. Neben den politisch Verantwortlichen, dem Altbundeskanzler Fred Sinowatz, dem vormaligen Außenminister Leopold Gratz und dem früheren Innenminister Karl Blecha mussten sich die Manager der Firma Noricum dem Gericht stellen. Die Politiker wurden fast alle freigesprochen, nur Blecha wurde zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt. Das Management aber wurde schuldig gesprochen, die Neutralität gefährdet zu haben. Quelle: Haus der Geschichte Österreich
Und heute?
Alleine in Österreich profitieren rund 150 Betriebe direkt und indirekt von der Rüstungsindustrie. Hirtenberger, Rheinmetall, Steyr Motors, Glock, Winkelbauer, voestalpine Böhler Bleche … um nur einige zu nennen. Alleine Rheinmetall-MAN Wien beschäftigt rund 1450 Mitarbeiter, Hirtenberger 1800.
Fakt ist:
DU und ICH, wir sind die Tyrannen, die Mitläufer, die einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass dieser Planet zunehmend verwüstet wird, indem wir in der Industrie als Metallfacharbeiter die Züge und Felder in Waffenläufe fräsen oder mit dem Erdgas aus Russland Strom erzeugen, um damit unsere E-Autos zu laden, die mit Kobalt betrieben werden, das im Kongo unter widrigsten Bedingungen abgebaut wird.
Unter „Mitläufern“ versteht man jene große Mehrheit der Bevölkerung, die negative Handlungen der jeweils Regierenden durch Anpassung, Schweigen oder Zustimmung stützt und so überhaupt erst möglich macht.
Sie sind oft keine überzeugten Haupttäter, profitierten aber vom System, verschließen die Augen vor unangenehmen Tatsachen und folgen der bequemen Masse.
Das Phänomen des Mitläufertums stützte sich auf mehrere Faktoren:
- Bequemlichkeit und Konformismus: Viele wollten einfach in Ruhe gelassen werden und sich der Mehrheit anpassen, ohne unangenehm aufzufallen.
- Propaganda und Gemeinschaftsgefühl: Massenmedien generieren ein starkes Gemeinschaftsgefühl (z. B. die „Wertegemeinschaft“) und sollen den Einzelnen mitreißen.
- Profite und Karrieren: Viele arrangieren sich mit der jeweiligen Herrschaftsform, da sie durch den Ausschluss bestimmter Gruppen beruflich aufsteigen und profitieren können.
- Angst und Druck: Wer sich offen gegen das System stellte, riskierte soziale Ausgrenzung bis hin zu Strafverfolgung und Tod.
Jeder einzelne Mitläufer trägt einen Teil der Verantwortung, aus der er sich mit den fadenscheinigsten Ausreden gerne stehlen und die Papst Leo XIV. auf nur eine „Handvoll Tyrannen“ beschränken will.
Du stimmst mir zu und willst einen Lösungsvorschlag? Bitte sehr:
BESCHEIDENHEIT, VERZICHT, BESONNENHEIT, VERANTWORTUNG
Aber das willst du ja nicht. Zu unbequem.
Darum wählst du in der entarteten Regierungsform „Demokratie“ – auch Idiotenherrschaft genannt – immer wieder diejenigen Populisten und politischen Opportunisten, die dir persönlich das scheinbar komfortabelste Leben versprechen.
Auf Kosten anderer, deren Leid du nicht sehen willst.
So einfach ist das.
